Hopfenbau

Der Hopfenanbau in der Schweiz wurde durch den Zürcher Braumeister Martin Hürlimann (1924-2000) vorangetrieben. Einige inovative Landwirte im Stammertal begannen, für die Hürlimann Brauerei Hopfen anzupflanzen. Im Jahr 1949 auch Reinhard Ulrich.
Bis 1955 wurden die Hopfen noch von Hand geerntet. Dann kaufte der Vater eine Hopfenpflückmaschine. Für die Hopfenernte wurden noch bis Mitte der 90er Jahre 8 Personen benötigt. 4 Personen auf dem Feld und 4 Personen bei der Hopfenmaschine für das Anbringen der Ranken am Einzug und das Säubern der Hopfendolden von Stängeln und Blättern.
Heute werden Die etwa 7m langen Ranken mit einem Reissgerät durch eine Person geernt. An der leistungsstarken Pflückmaschine bedient eine Person den Hopfeneinzug. Ein „Stängelabscheider“ säubert – wie der Name es schon verrät – die Dolen von Stängeln und Blättern. So ist nur noch eine Person für die Endkontrolle und die Aufsicht zuständig.
Getrocknet werden die Dolden sofort nach der Ernte. Man stelle sich einen Dörrex in Grossvormat vor. (16m“)
Anschliessend werden Quaderballen von 50-60 kg gepresst.

Die Ernte wird an die Schweizer Brauereien verkauft. Dazu wird die gesamte Schweizer Ernte per Lastwagen in das grösste deutsche Hopfenanbaugebiet, in die bayrische Hallertau gebracht. Dort werden die Hopfen fein gemahlen, die Bitterstoffe standardisiert, und in kleine, zylinderförmige Körper pelletiert, das heisst gepress. Diese Weiterverarbeitung des Hopfens ist in der Schweiz leider nicht möglich. So veredelt kommen die Hopfen zurück zu den Brauereien in die Schweiz.

Der Hopfenbau in der Schweiz ist am Verschwinden. Die Gesamtfläche beträgt noch etwa 17 Hektaren. Er macht etwa 15 Prozent des Hopfenbedarfes der schweizer Brauereien aus.
Gerne würden wir mehr Hopfen anbauen, denn die vorhandenen Anlagen und Maschinen würden locker für die doppelte Fläche ausreichen. Doch dazu müsste der Preis stimmen und die Brauereien mehr Interesse am Schweizer Hopfen zeigen.
Zur Zeit gehen etwa 80% der Hopfen an die Konzerne Carlsberg und Heineken.

Der Hopfenanbau gibt unserem Betrieb nicht nur den Hof-Namen sondern hat Tradition. Wir hoffen, dass diese – bald hundertjährige Kulturpflanze noch lange auf unserem Betrieb bewirtschaftet werden kann. Viel Wissen und Know-how würde verloren gehen, wenn der Hopfenanbau aufgegeben werden muss. Der Hopfen bereichert unsere Landschaft und gehört einfach zum Stammertal dazu!

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